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Fachwerkhaus Glossar
Gebräuchliche Fachausdrücke und ihre Bedeutung verständlich erklärt.
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Mundart - Begriffe aus dem Handwerk
Machen Sie mit! Begriffe aus dem Handwerk und wie sie umgangssprachlich und in Regionalsprachen bezeichnet werden.

 

Glossar der Fuhrberger Zimmerei


Alte Eichenbalken
Aufstockung
Ausfachung
Backhaus
Blower-Door-Messung
Douglasie
Dreiständerhaus
Eiche
Erker
Fachwerkspeicher
Fachwerkstellung
  Gaube
Glasplatten
Grasdach (Sedumsdach)
Heimische Hölzer
Holzrahmenhaus
Konstruktiver Holzschutz
Landhausstil
Lärche
Niedrigenergiehaus
Reet
  Regenerative Energiequellen
Remise
Schiefer
Schmuckelemente
Streben
Traditionelle Bauernhäuser
Verglasung der Felder
Vorkragender Giebel
Windfang
Zweiständerhaus

Alte Eichenbalken

 

An alten Eichenbalken (meist aus dem Abriss alter Fachwerkhäuser), dokumentiert sich die außerordentliche Haltbarkeit des Eichenholzes bei konstruktiv richtigem Einsatz.

Werden aus diesen Balken neue Fachwerkkonstruktionen aufgebaut, so stehen hier der Vorteil des abgelagerten Holzes dem Nachteil gegenüber, dass der Zimmermann recht viel Ausschuss erhält, weil er nicht genau die benötigten Längen vorrätig hat und er außerdem oft an den alten Balken Stücke einflicken bzw. ausbessern muss.

Ferner leiden seine Maschinen durch die nicht selten anzutreffenden alten Eisenteile (Nägel, Granatsplitter...) in diesem Holz und alle Bearbeitungen erschweren sich durch die meistens nicht ganz rechtwinkligen Querschnitte, die man früher sägte bzw. zurechtbeilte.


Aufstockung

 

Eine Möglichkeit die Wohnfläche durch das Aufsetzen eines Geschosses zu erhöhen und gleichzeitig das vorhandene Dach zu sanieren und evtl. auch seine Form zu verändern.

Bedacht werden müssen dabei sowohl die baurechtliche Zulässigkeit, als auch die neuen statischen Anforderungen an die alte Bausubstanz.


Ausfachung

 

So nennt man Art, Form und Material zwischen den Fachwerkbalken.

Ursprünglich setzte man hier den Baustoff Lehm ein, dessen große Vorteile in der konservierenden Wirkung durch Feuchtigkeitsregulierung und in der Dichtheit zu den anschließenden Hölzern durch das Quellvermögen ist.

Leider ist diese Bauweise nicht ganz billig in der Verarbeitung (das Material gibt es zwar meist umsonst, aber der Lohneinsatz ist recht hoch) und sie Bedarf der Pflege. Daher werden heute überwiegend gebrannte Ziegelsteine eingesetzt und die Nachteile des starren, gebrannten Materials in Kauf genommen.


Backhaus

 

Kleine Fachwerkgebäude in denen früher das Brot gebacken wurde.

Sie dienen heute eher den Zwecken eines Gartenhauses oder Carports und vervollkommnen so das Ensemble eines Fachwerkhofes.


Blower-Door-Messung

 

Mit dem Differenzdruck-Messverfahren (auch: Blower-Door-Test) wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen. Das Verfahren dient dazu, Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren und die Luftwechselrate zu bestimmen.

Durch einen Ventilator wird Luft in das zu untersuchende Gebäude gedrückt oder herausgesaugt. Da früher meist eine Tür benutzt wurde, kam der Name Blower-Door-Test (deutsch: Gebläse-Tür-Messung) zustande. In der Blower-Door sind Messinstrumente eingebaut, die die Druckdifferenz und die Luftmenge messen, die der Ventilator transportiert. Die Drehzahl des Ventilators wird so eingestellt, dass sich ein bestimmter Druck zwischen Außen- und Innenraum aufbaut. Dabei muss er soviel Luft nach außen befördern, wie durch Leckstellen in das Gebäude eindringt (bei der Unterdruckmessung).

Der gemessene Luftstrom wird durch das Volumen des Gebäudes geteilt. Diesen Wert, die Luftwechselrate n50, kann man nun mit anderen Gebäuden und Normen vergleichen. Das Differenzdruck-Messverfahren sollte immer durchgeführt werden, um evtl. vorhandene Fehlstellen der Gebäudehülle zu finden.

Douglasie

 

Heimisches Nadelholz, welches sich für Bauzwecke wegen seiner Witterungsbeständigkeit und schönen Oberfläche hervorragend eignet.

Neben sichtbar bleibenden Balken und Brettschalungen kommt Douglasienholz immer häufiger dort zum Einsatz, wo auf chemischen Holzschutz verzichtet werden soll.

Im Gegensatz zu dem sehr ähnlichen Lärchenholz hat die Douglasie keine großen Harzgallen.


Dreiständerhaus

 

Entwickelt aus dem Zweiständerhaus liegt hier die Balkenlage außer auf den beiden Mittelauflagern zusätzlich auf einer Außenwand auf. Das Tragwerk ist somit unsymmetrisch im Gegensatz zum Vierständerhaus bei dem die Balkenlage dann noch auf der anderen Außenwand aufliegt.

Eiche

 

Heimisches Laubholz, welches sich für Bauzwecke wegen seiner Witterungsbeständigkeit hervorragend für stützende Außenbauteile eignet.

Es benötigt keinen chemischen Holzschutz und überdauert bei beachtetem konstruktivem Holzschutz Jahrhunderte.


Erker

 

Kleiner Anbau, der im Gegensatz zur Gaube die Grundfläche einer Gebäudeebene vergrößert.

Fachwerkspeicher

 

Oft zweistöckiges Gebäude für die Vorräte des bäuerlichen Hofes.

Fachwerkstellung

 


Die tragenden Hölzer eines Fachwerkgebäudes werden oft in regional sehr unterschiedlichen Anordnungen ausgeführt. So entstehen Fachwerkfiguren; manche mit Tragfunktion, andere als reine Schmuckstäbe.

Gaube

 

Dachaufsatz zur Vergrößerung der Nutzfläche des Dachgeschosses. Am häufigsten wird die Schleppdachgaube ausgebildet. Dabei entstehen seitlich Dreiecke, die entweder verkleidet werden oder aber es werden eingedeckte Abwalmungen ausgeführt. Weitere Arten sind die Satteldachgaube, Runddachgaube und alle anderen möglichen Dachformen und deren Mischformen.

Weil sich die äußere Erscheinung und die Wohnfläche ändert und meist in die tragende Substanz eingegriffen wird, muß diese Baumaßnahme beim zuständigen Bauamt angezeigt werden.



Glasplatten

 

Alternativ zu transparenten Kunststoffelementen werden gerne Glasplatten eingesetzt. Diese lassen sich sehr gut sauber halten und man kann aus verschiedenen Tönungen und Strukturen wählen.

Wichtig ist die spannungsfreie Befestigung, daher ist es ratsam die tragenden Hölzer aus Brettschichtholz (Leimholz) zu wählen.


Grasdach (Sedumsdach)

 

Gründächer haben eine lange Tradition. Man unterscheidet Grasdächer; dort wachsen auf einer Humusschicht auch große Pflanzen, und das sehr viel leichtere Sedumsdach, auf dem nur niedere Gewächse auf einer d ünnen Substratschicht gedeihen.

Wichtig ist die statische Überprüfung dieser doch mit höheren Lasten verbundenen Bauweise.


Heimische Hölzer

 

Dazu zählen bei uns als Bauhölzer vor allem die Fichte, Tanne und Kiefer, ferner die Douglasie und Lärche sowie die Eiche.

Holzrahmenhaus

 

Begriff für eine Bauart, bei der Wand- und Deckenelemente aus mit plattenförmigen Baustoffen versehenen Holzrahmen bestehen.

Diese Bauweise erlaubt eine weitestgehende Vorfertigung der Bauteile, wodurch sich die Bauzeiten auf der Baustelle enorm verkürzen.

Der Holzrahmenbau setzt sich seit einigen Jahren auch in Deutschland zunehmend gegenüber dem mineralischen Massivbau durch. In den skandinavischen Ländern und auf dem amerikanischen Kontinent ist er schon lange die Bauweise der Wahl.

Schlagworte:

kürzere Bauzeit
 

Vorfertigung (weniger Fehler auf der Baustelle, kurzfristig regendicht)

  dünnere Wände (Raumgewinn)
  höhere Dämmwerte
  trockene Baustoffe (keine Baufeuchte)
  leichtere Baustoffe (geringere Transportenergie)
 

ökologische und recyclebare Baustoffe


Konstruktiver Holzschutz

 

Dieses sind die bei der Verarbeitung im Außenbereich entscheidenden Ausführungsregeln um die Dauerhaftigkeit des Holzes und seiner Verbindungen zu gewährleisten.

Durchdachte Konstruktionen ermöglichen so den weitestgehenden Verzicht auf chemischen Holzschutz und eine hohe Dauerhaftigkeit.


Landhausstil

 

Allgemein übliche Stilbezeichnung für eine rustikal-hochwertige Ausführung.

Lärche

 

Heimisches Nadelholz, welches sich für Bauzwecke wegen seiner Witterungsbeständigkeit und schönen Oberfläche hervorragend eignet. Neben sichtbar bleibenden Balken und Brettschalungen kommt Lärchenholz immer häufiger dort zum Einsatz, wo auf chemischen Holzschutz verzichtet werden soll.

Im Gegensatz zu dem sehr ähnlichen Douglasienholz neigt die Lärche jedoch mehr zum Verziehen und auch das Tropfen aus Harzgallen muss im Innenbereich oder dort, wo das Holz einen farbigen Anstrich bekommen soll, berücksichtigt werden. Dafür duftet dieses Holz ganz besonders gut.


Niedrigenergiehaus

 

Bezeichnung eines Hauses, das die Wärmeschutzverordnung von 1995 um mindestens 25 Prozent übertrifft.

Mit Einführung der EnergieEinsparVerordnung (EnEV, seit 01-02-2002) hat dieser Begriff keine Bedeutung mehr.


Reet

 

Stroh- und Reetdächer (auch Schilf, Rohr, Ried...) wurden bereits 200 v.Chr. ausgeführt und prägten bis zur Entwicklung der Harteindeckungen und die Modernisierung des Transportweges das Landschaftsbild.

Regenerative Energiequellen

 


Aus Wind, Wasser, Sonne oder Biogas o.ä. gewonnene Energie, die nicht die Ressourcen der Erde verbraucht und somit auch in Zukunft zur Verfügung steht.

Remise

 

Nebengebäude zur Unterbringung von Kutsche und Gerät (oder Auto und Fahrrad...) mit weit auskragendem Schauer

Schiefer

 

In natürlicher Form oder auch künstlich nachgebildeter Behang aus kleinformatigen Schindeln.

Schmuckelemente

 

Dazu zählen alle Fachwerkteile oder auch Bretter, die über Ihre funktionelle Ausarbeitung hinaus (wenn sie überhaupt eine solche Funktion erfüllen) das Bauwerk ästhetisch aufwerten.

Streben

 

Schrägstehende Stäbe die eine Wand oder Einzelbauteile aussteifen. Im Fachwerkbau und bei anderen sichtbaren Konstruktionen können die Streben oder entsprechende Stabstellungen gut zur ästhetischen Wirkung des Bauwerkes beitragen.

Traditionelle Bauernhäuser

 

Fachwerkhäuser unterscheiden sich heute in Ihrer äußeren Gestalt vielfältiger als früher. Das liegt an der veränderten Nutzung und dem modernen Anspruch an Wohnqualität.

So haben die traditionellen Gebäude eher weniger Fenster, die Decken sind im Arbeitsbereich sehr hoch, die Räume ansonsten sehr niedrig und klein.

Heute geht der Wunsch mehr zu bis unter das Dach ausgebauten, reinen Wohngebäuden mit viel Lichteinfall, Balkonen, Galerien usw.

Der Bewohner eines traditionellen Fachwerkgebäudes muss sich daher mit einigen Bedingungen, oft auch unter denkmalpflegerischen Aspekten, abfinden.


Verglasung der Felder

 

Dem Wunsch nach Licht wird durch die Verglasung kompletter Fachwerkfelder Rechnung getragen.

Es ist jedoch zu beachten, dass dadurch nicht die optische symmetrische Ausgewogenheit leidet (schon sprossenlose Fenster sehen aus wie "tote Augen" des Hauses) und auch konstruktiv ist die Dichtigkeit und Spannungsfreiheit ein nicht zu unterschätzendes Problem.


Vorkragender Giebel

 

Auskragung der Giebelgeschosse.

Es gibt verschiedene Erklärungen des Entstehens:

  1. In den engen mittelalterlichen Städten wollte man zusätzlichen Wohnraum in den oberen Geschossen gewinnen
  2. Durch die Auskragung werden die darunter liegenden Giebelteile vor der Witterung geschützt
  3. Die Möglichkeiten für schmückende Giebelelemente sind nicht mehr nur auf Höhe und Länge und Oberfläche sondern auch noch durch die Tiefe gegeben.

Weiter existieren auch noch relativ fragliche statische Erklärungen.


Windfang

 

Zurückgesetzter Eingangsbereich anstelle einer Eingang überdachung.

Der Raumverlust im Inneren ist jedoch wegen der größeren Außenwandabwicklung nicht unerheblich.


Zweiständerhaus

 

Ursprüngliches Tragsystem eines bäuerlichen Fachwerkhauses.

Die beiden Stützenreihen links und rechts der Diele tragen die Balkenlage. Das Dach lastet weiter außen auf den Kragarmen dieser Deckenbalken.

Man setzte so zu dem auf der Balkenlage gelagertem Heu oder Stroh die Dachlast als Gegenlast ein, um die durchbiegenden Balken wieder nach oben zu drücken.

Die Hausseiten (Anklapp) sind nur angesetzte Schleppdächer.

 



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