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6. Dezember 2008, Marktspiegel Burgwedel
Das Nest steht: Nun müssen nur noch die Störche kommen

Auf dem Grundstück von Andreas Stockelbusch am Ortsrand von Fuhrberg wurde am Samstag vergangener Woche wie angekündigt eine imposante Nisthilfe für Weißstörche errichtet. Neun Meter hoch ragen der Mast und der Unterbau für das spätere Nest für Meister Adebar in die Höhe, die Sippe der schwarz-weißen Glücks- und Kinderbringer mit roten Beinen und Schnabel muss nun nur noch kommen und das vorbereitete Nese und alles weitere Ambiente mögen.

Ungemütlich war es im Schneeregen an diesem Morgen, aber dennoch hatten sich gut 40 neugierige Gäste eingefunden. Andreas Stockelbusch begrüßte sie und erläuterte noch einmal, wie er auf den Gedanken gekommen ist, diese Nisthilfe aufzubauen: Schon mehrmals hätten sich Weißstörche seine Schornsteinabdeckung angeschaut, sie aber als Nistplatz wohl wieder verworfen, weil sie abschüssig ist. Allerdings hätten sich die Störche für die vielen Frösche lebhaft interessiert, die er wegen seiner beiden Teiche auf dem Grundstück habe.

Er dankte allen, die bei der Ausführung mitgeholfen hatte, insbesondere Andreas Witte, der sich nicht nur für die Nestunterlage engagiert habe. Dann legten die Männer von der Fuhrberger Zimmerei Hand und Kran an und richteten den schweren Pfahl mit der Unterlage obendrauf auf und befestigten es im Fundament.

„Nun müssen die Störche nur noch kommen“, so einer der Gäste und gab sich anschließend zuversichtlich, dass diese Aktion auch den gewünschten Erfolg haben werde. „Lediglich eine Birke muss ich noch fällen, die steht genau in der von den Störchen benötigten Einflugschneise“, führte Stockelbusch noch aus.

Die Rahmenbedingungen wurden allgemein als recht gut eingeschätzt: Der Grasbruch östlich aber nahe bei Fuhrberg wird von der Wulbeck durchflossen und bietet eine Menge an Grünland. Das könnte zwar ein wenig feuchter in Frühjahr und Sommer sein, aber einige mittelgroße Feuchtbiotope darin seien in der warmen Jahreszeit ausgesprochen gut von Fröschen besiedelt.

Auch über die Anlage einiger neuer kleiner Teiche wurde spekuliert. Hier solle man mit dem Realverband, der Vereinigung der Grundbesitzer reden und mit den Naturschutzverbänden sowie mit der Stadt Burgwedel, die am Grasbruch einige Grünlandflächen besitzt. Dem vernehmen nach ist zwischen der Stadt Burgwedel und der Region Hannover schon ein Konsens gefunden für ein weiteres Feuchtbiotop am Grasbruch. Hier müsse nur noch die Frage geklärt werden, wo der Bodenaushub verbleibe.

Störche benötigen zur Aufzucht der Jungen rein tierische Nahrung: Regenwürmer, Schnecken, Frösche, kleine Reptilien. Sie nehmen auch Jungvögel von Bodenbrütern, Insekten und Fische. Letzte zwar selten, denn der Schreitvogel jagt aus der langsamen Gehbewegung und hat im Wasser schreitend nur geringe Erfolge. Der Graureiher dagegen verbucht seine Erfolge nur über das Stillstehen.

Der seltene Schwarzstorch, der in der Umgebung auch heimisch ist, verbringt sein Leben überwiegend in großen geschlossenen feuchten Wäldern. Sein Nahrungsspektrum entspricht weitgehend dem des Weißstorches. Zu einer Konkurrenz der beiden verwandten Arten wird es in Fuhrberg sicherlich nicht kommen, zu unterschiedlich sind die Lebensräume. E ist zu wünschen, dass Andreas Stockelbusch bald das Storchenklappern von seiner Nisthilfe hören kann…

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Neun Meter hoch ist der Pfahl, an dessem oberen Ende sich die Nestunterlage befindet.
Andreas Stockelbusch (links) begrüßte am Samstag seine Gäste und erläuterte ihnen, wie er auf die Idee mit der Nisthilfe gekommen ist.